„Brotsatz“

Am Ende des 15. Jahrhunderts erfand der Mainzer Johannes Gänsfleisch, genannt Gutenberg, die Technik des Schriftschneidens. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts änderte sich nichts Grundlegendes an dieser Technik.

Ein hartes Metall wurde dazu verwendet, die Einzelbuchstaben für die Prägung herauszuarbeiten. Ein Schneidewerkzeug war dabei behilflich, um die sogenannte Patrize zu erstellen. Damit eine Gussform gefertigt werden konnte, war es nötig, die Patrize in eine Kupferplatte zu prägen.

Im folgenden Prozess wurde dem geprägten Schriftbild die Form für den Kegel hinzugefügt. Der Kegel, der die eigentliche Gussform darstellt, definiert dabei die Schriftgröße und beinhaltet eine Signatur der Gießerei. Eine Legierung aus Blei und Zinn bildet eine zähe und relativ harte Gussmasse für die Lettern.

Jahrhunderte wurden diese Bleilettern von gelernten Schriftsetzern verwendet. Zeile für Zeile konnte auf einem Winkelhaken platziert und zu einem Satz zusammengefügt werden. Im Akkord verdienten sich die Schriftsetzer somit ihr Brot und der Begriff „Brotsatz“ entstand.

Der klassische Schriftsatz ist durch den Fortschritt der Technologie mittlerweile extrem zurückgegangen. Nur noch einzelne Unternehmen führen dieses Handwerk aus dem 15. Jahrhundert fort.